Samstag, 2. November 2019

Rezension zu "Das Herz aus Eis und Liebe" von Reneé Ahdieh



Titel: Das Herz aus Eis und Liebe
Autorin: Reneé Ahdieh
Verlag: ONE
Erscheinungsdatum: 28. Juni 2019
Preis: 18,00€ (Hardcover); 5,99€ (eBook)
Seitenzahl: 432 Seiten
Genre: Fantasy
Reihe: 2/2


Vielen lieben Dank an den one Verlag für das Rezensionsexemplar!



Klappentext:
Nachdem der Schwarze Clan aufgeflogen ist und Okami gefangen genommen wurde, hat Mariko keine Wahl mehr. Sie muss Prinz Raiden und ihrem Bruder nach Inako folgen und sich als Braut des Prinzen den Gefahren und Intrigen stellen, die am Hof auf sie lauern. Von nun an sind Klugheit und Umsicht ihre Waffen. Damit will sie die Ränkeschmiede aufdecken und für Gerechtigkeit sorgen. Doch hinter jedem Geheimnis verbirgt sich ein weiteres. Werden Mariko und Okami aus diesem Lügennetz entkommen?

Meine Meinung:
Von dem ersten Teil "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" war ich sehr begeistert. Dort hat einfach alles gestimmt: eine spannende Handlung mit vielen Plottwists, tiefgründige Charaktere, eine wunderschöne Liebesgeschichte und tolle Settings.
Leider hat mir das alles in Band 2 gefehlt :( Mir tut es im Herzen weh, eine negative Rezension zu diesem Buch zu schreiben, aber ich wurde wirklich enttäuscht..

Der Schreibstil war wie gewohnt sehr schön und poetisch, gespickt mit vielen asiatischen Begriffen, die das Setting authentisch wirken lassen. Leider spielt sich fast die komplette Geschichte in dem kaiserlichen Schloss ab, nur hin und wieder gab es Szenen außerhalb. Dadurch ist die schöne Atmosphäre aus dem 1. Teil etwas verloren gegangen. 

Wir begleiten in diesem Buch mehrere Figuren. Mal sind wir bei Mariko, mal bei Okami, Kanako, Kenshin oder Prinz Raiden. Trotz dieser verschiedenen Perspektiven hatte ich das Gefühl, dass die Figuren relativ farblos blieben. Besonders enttäuscht war ich darüber, dass Yumi kaum eine Rolle spielt, obwohl sie im ersten Kapitel so toll angeteasert wurde. Ihr Charakter hatte so viel Potential, aber es wurde überhaupt nicht ausgenutzt.
Zudem hat mir der Schwarze Clan sehr gefehlt. Die Mitglieder rund um Okami und Ranmaru sind mir in Band 1 sehr ans Herz gewachsen und hier treten sie nur am Rande mal wieder auf.. Die witzige und lebendige Dynamik in der Gruppe hat sehr gefehlt. 
Marikos Bruder Kenshin fand ich in Band 1 ja schon schwierig, aber hier mochte ich ihn noch weniger. Seine Handlungen haben mich mehrmals so enttäuscht, so sollte sich kein Bruder gegenüber seiner Schwester verhalten..

Mariko hingegen mochte ich wieder gerne. Sie ist schlau, gerissen, stark und taff - hat also alles, was ich an meinen Protagonistinnen mag. Allerdings hat sie mir etwas zu passiv agiert. Ich hätte gerne mehr Aktionen von ihr gelesen, mehr Intrigen, mehr Pläne, so wie es eigentlich am Anfang angeteasert wurde. 

Weiter geht es mit Okami: Warum sind das nur so wenig Szenen mit ihm? Es gibt kaum Dialoge zwischen ihm und Mariko, kaum Liebe und Romantik. Die Liebesgeschichte ist überhaupt nicht vergleichbar mit Band 1 und ist sehr schwach für einen Romantasy Roman.
Schön war aber, dass man mehr über Okamis Vergangenheit erfahren hat und auch, woher seine Magie stammt. Allerdings war seine Charakterentwicklung  eher enttäuschend. Es gab zwar eine, diese wurde zum Ende hin aber kaum transportiert. Stattdessen hat Okami hauptsächlich Folterszenen bekommen. 

Die Folter war mir in dem Buch generell zu viel. Spätestens als die Folter an einem 10-jährigen Jungen beschrieben wurde, hat es mir endgültig gereicht. Das hätte nicht sein müssen und hat nichts zur Geschichte beigetragen.

Der Plot besteht gefühlt hauptsächlich aus dem Konflikt zwischen dem Kaiser Roku und seinem Bruder Prinz Raiden. Auf der einen Seite der böse, blutrünstige Herrscher und auf der anderen sein Bruder, der es nur langsam realisiert, wie grausam Roku wirklich ist. Leider war es nicht besonders spannend gemacht und der Ausgang sehr vorhersehbar. Der Konflikt von Raiden zwischen Loyalität zu seinem Bruder und seiner eigenen Vernunft wurde meiner Meinung nach nicht besonders gut dargestellt. Das wurde in ToG z.B. um Welten besser gelöst! Zudem hatte Roku praktisch keine Motive für sein Handeln und schien "einfach nur so" böse zu sein und ganz ehrlich: Niemand ist einfach nur so böse, es gibt immer Gründe. 
Positiv überrascht war ich hingegen von Raidens Mutter Kanako. Schon in Band 1 hatte sie eine spannende Rolle, die hier noch um einiges größer wird. Sie hat tolle Intrigen und Pläne gespinnt und auch ihre Handlungen haben überzeugt. 

Insgesamt war das Buch für mich die meiste Zeit sehr langweilig, es gab kaum Action (und wenn, dann sinnlose Folter) und die Handlung plätscherte so vor sich hin.
Auch das Ende war leider sehr unbefriedigend und es blieben noch einige Fragen offen.

Was ich aber auf jeden Fall positiv hervorheben möchte, ist die Frauenpower in dem Buch. Mariko, Yumi und Kanako stellen alle sehr starke Frauen dar, die für ihre Stellung in der Gesellschaft kämpfen und sich nicht unterkriegen lassen. 

Fazit:
Leider leider hat mich "Das Herz aus Eis und Liebe" sehr enttäuscht. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu hoch, aber mit Band 1 konnte das Buch nicht mithalten. 





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