Dienstag, 27. März 2018

Rezension zu "Zusammen sind wir Helden" von Jeff Zentner


„Wir müssen von jetzt an aufeinander aufpassen. Wir müssen für einander Familie sein, weil unsere eigenen so verkorkst sind. Wir müssen uns ein besseres Leben schaffen. Wir müssen endlich anfangen, die Dinge zu tun, vor denen wir uns fürchten…“

Inhalt:
Seitdem Dills Vater verhaftet wurde, führt Dill ein sehr schweres Leben. Er leidet unter dem schlechten Ruf seines Vaters und muss neben der Schule arbeiten, um seine Schulden abzubezahlen. Seine Mutter wird immer unglücklicher und er kann nichts dagegen tun. Die einzigen, die ihm Halt bieten, sind seine Freunde Lydia und Travis und seine Gitarre. Lydia ist erfolgreiche Modebloggerin und möchte in New York studieren. Travis ist ein Fantasyliebhaber und lebt in seiner eigenen Welt. Auch Lydia und Travis haben einige Probleme, aber zusammen, glauben sie, können sie alles schaffen..

Cover:

Das Cover ist wirklich schön geworden. Es wirkt so, als würden sich die Jugendlichen nach der Freiheit der großen Stadt sehnen, das passt sehr gut zum Inhalt.

Meine Meinung:

Das Buch ist viel ernster und tiefgründiger, als ich zunächst angenommen habe. Die Charaktere haben in ihren jungen Jahren einiges durchmachen müssen und ihre Geschichten haben mich sehr berührt.
Die Geschichte wechselt zwischen den Perspektiven der drei Freunde hin und her. Jedes Kapitel wird aus einer anderen Sicht erzählt, sodass man die Gefühle und Gedanken der drei sehr gut kennen lernt. Die drei Charaktere sind sehr einzigartig, die alle ihre eigene, spezielle Geschichte haben. 

"Die Leute haben Angst vor Kummer und Schmerz. Sie glauben, das ist ansteckend, wie eine Krankheit."

Dill und Travis sind mir sehr ans Herz gewachsen, nur mit Lydia hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten. Sie wirkt oberflächlich und egoistisch. Im Laufe der Geschichte macht sie aber eine schöne Entwicklung durch, weshalb ich schließlich doch mit ihr warm wurde. Sie ist diejenige, die die Gruppe mit ihrer aufgeweckten Art motiviert, sich von niemanden unterkriegen zu lassen und dennoch das Beste aus ihrem Leben zu machen. Sie selbst hat auch große Träume. 
Travis war für mich am interessantesten. Seine Interessen und sein Kleidungsstil sind recht speziell, weshalb er sich oft unverstanden fühlt. Dennoch fügt er sich perfekt in die kleine Gruppe ein und war der "Ruhepol". Er versucht stets die Harmonie zwischen seinen Freunden aufrecht zu erhalten, obwohl bei ihm Zuhause alles andere als Harmonie vorherrscht. 
Dill fühlt sich auf vielerlei Art und Weise verlassen. Sein Vater sitzt im Gefängnis und hat ihm damit den Ruf versaut. Seine Mutter erwartet, dass er seine Pflichten erfüllt und Geld verdient, damit sie die Schulden seines Vaters abbezahlen können und hat dabei kein Verständnis für Dills Wünsche. Lydia möchte nach New York ziehen, während er in der Kleinstadt zurückbleiben "muss". 

Doch es geht noch um viel mehr als um die Sorgen und Probleme der Freunde. Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht zu viel verraten, das sollte jeder selbst entdecken.

„Wofür war das denn?“, fragte Dill.
„Du hast ausgesehen, als sei dein Herz auf einen Legostein getreten.“

Die Rolle der Musik war mir etwas zu gering. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass die Songtexte von Dills Songs beigefügt werden. So kann man sich das Ganze besser vorstellen und hätte noch tiefere Einblicke in Dills Gedanken und Gefühlswelt erhalten.

Der Schreibstil von Jeff Zentner ist ergreifend und angenehm zu lesen. Ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen, so versunken war ich in die Geschichte. Das Buch hat mich wirklich berührt und auch zum Nachdenken gebracht. Es enthält viele sehr schöne, bewegende und auch traurige Szenen. Die Gefühle der Figuren werden sehr detailliert beschrieben, sodass sie einem recht nahe gehen. Man sollte aufpassen, dass man sich nicht zu sehr mitreißen lässt um nicht selbst runtergezogen zu werden - dies spricht aber nur für den Autor. Dennoch sollte man es vielleicht nicht in einer Phase lesen, wo es einem selbst nicht gut geht.

"Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen."

Fazit:
"Zusammen sind wir Helden" ist eine sehr bewegende Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Hoffnung und Träume. Man fühlt mit den Figuren mit und erlebt eine Achterbahn der Gefühle. Es regt zum Nachdenken an und lässt einen nicht mehr los. Mir hat es sehr gut gefallen und ich kann es euch nur ans Herz legen.


Danke an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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